HSG Hochheim/Wicker

Turngemeinde Hochheim am Main 1845 e.V. / Turnverein Wicker 1848 e.V.

Sieg am Riederwald durch eine starke zweite Halbzeit      Hauchdünner Sieg der Damen in heimischer Halle      JSGmA zurück in der Erfolgsspur      Saisonvorbericht HSG-Smarties in Hochheim      Siegesserie der Damen hält an      Erstes F-Jugend Handball Heimspielturnier der Saison 2018/19 in Hochheim      1. Herren ringt den Favoriten nieder      Weitere Lehrstunde für die C-Jugend     
HSG Hochheim/Wicker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit mehr als 10 Jahren schreiben die Handballerinnen und Handballer der TG Hochheim und des TV Wicker die Handballgeschichte beider

Vereine gemeinsam. In der Saison 2018/19 gehen 12 Mannschaften auf Punktejagd. Auch die Kleinsten werden bei den „Smarties“ spielerisch

an den Sport herangeführt. Mit der männlichen C-Jugend und B-Jugend bestreiten zwei Jugendmannschaften das Abenteuer Oberliga.

Wir wünschen unseren SportlerInnen und ZuschauerInnen eine erfolgreiche Saison mit vielen spannenden Spielen.

 

Viel Spaß auf den Seiten der HSG Hochheim/Wicker wünscht der HSG Vorstand.

 

henry.ufo

 

Eine Autogrammkarte des Hochheimers Henry Kaufmann zu Bundesligazeiten der SG Wallau Massenheim 1990/1991.

 

Hierzu auch ein SPIEGEL-Dossier aus dem Jahre 1990:

 

Mit der Hand waschen
Ein Provinzklub mutierte durch einen Trick zu einem Unternehmen - und hat Erfolg.

Als Stephan Schoene, 28, seine Wohnung im Dörfchen Wallau bezog, war ihm "etwas mulmig" zumute. Der Handballer, zuvor in Düsseldorf zu Hause, befürchtete, daß sein Engagement beim Provinzklub SG Wallau-Massenheim ein "ziemlicher Reinfall" werden könnte.

Doch der 106fache Nationalspieler wurde innerhalb von drei Jahren zum Helden im Dorf. Die Bäckersfrau steckt seiner Freundin Ernestine schon mal ein paar Semmeln mehr zu, damit "der Stephan auch genug zu essen" hat.

In Wallau und Massenheim, den beiden durch die Autobahn A 66 getrennten Flecken kurz vorm Wiesbadener Kreuz, wo, so der Sport-Informations-Dienst, derzeit ein "Handball-Wunder" geschieht, läßt es sich für treffsichere Werfer gut leben. Eine akribisch geplante Klub-Karriere führte die SG Wallau-Massenheim an die Spitze der Bundesliga, Bundestrainer Horst Bredemeier sieht die Hessen inzwischen als "erste Anwärter auf den Meistertitel". Klubmanager Bodo Ströhmann, 50, lobt seinen Verein darüber hinaus gar als "Vorbild für Deutschland".

Daß Dorfklubs mit einer Mischung aus urdeutscher Harmonieseligkeit und provinzieller Cleverness in Sportarten wie Handball, Ringen oder Gewichtheben die nationalen Meisterschaften dominieren, ist so neu nicht. Auch bei den ländlichen Überfliegern aus Wallau und Massenheim ist der Frohsinn ritualisiert, gießen sich die Spieler nach Siegen den Apfelwein im Vereinsheim "Grüner Wald" schon mal bembelweise über den Kopf. Dennoch ist sich der jugoslawische Klub-Trainer Velimir Kljaic, seit zweieinhalb Jahren im Amt, sicher, daß die SG "kein normaler Verein" ist.

Denn die Siege in der Provinz wirken über den Handball hinaus, der steile Aufstieg der SG Wallau-Massenheim liefert den Kritikern des längst nicht mehr zeitgemäßen Vereinsrechts neue Argumente. Weil er den Klub "wie meine Firma führen" wollte, hatte Marmorhändler Ströhmann die Umwandlung der Spielgemeinschaft in eine GmbH beantragt. So hätte er die Spielergehälter - für Spitzenkräfte immerhin bis zu 130 000 Mark jährlich - nicht länger als Aufwandsentschädigungen tarnen und über dunkle Kanäle zahlen müssen, wie es im Handball allenthalben üblich ist.

"Auf Druck des Deutschen Sportbundes", so Ströhmann, lehnte der DHB ab; die Funktionäre sahen die Grundfesten des gemeinnützigen deutschen Amateursports gefährdet. Da gründete Ströhmann kurzerhand eine Firma, die jetzt für die SG ausschließlich die Aufgaben der geplanten GmbH übernimmt.

So rackern in Wallau Nationalspieler wie Schoene, Martin Schwalb oder die Ostdeutschen Mike Fuhrig und Peter Hofmann ebenso auf Lohnsteuerkarte wie Christian Stoschek, Henry Kaufmann und Manfred Nowak. Die wurfkräftigen Sieben sind Angestellte der "Werbeagentur Wallau-Massenheim GmbH".

Die Briefkastenfirma ohne Geschäftsräume verpflichtet Sponsoren und gibt die Hallenzeitung SG Rundschau heraus. Mit den Einnahmen von 500 000 Mark jährlich wird die sportive Belegschaft entlohnt, die sich allerdings nicht tatsächlich um Sponsoren oder viertelseitige Anzeigen, etwa die des lokalen Malermeisters Pirron, kümmern muß. Das erledigt allein Ströhmann, der mit vier weiteren Gesellschaftern auch für etwaige Verluste der Sportfirma aufkommt.

Für den Verein, über den er am liebsten bei Pfungstädter Pils schwärmt, gibt der gelernte Betonbauer alles. Bei einem Jubelsprung vor zwei Jahren zog sich der Manager, der als sportliche Meriten lediglich eine Hessenmeisterschaft im Kunstradfahren vorzuweisen hat, einen Muskelfaserriß zu. Und um "einmal einen Europapokal" in der Firmenvitrine stehen zu haben, würde er, wenn nötig, sogar "die Trikots mit der Hand waschen".

Dennoch betreibt Ströhmann die Vereinsgeschäfte mit strikter Professionalität. Als Handball in Wallau noch langweilig war, engagierte er die einstigen Fußballnationalspieler Jürgen Grabowski, Bruno Pezzey und Bernd Hölzenbein von Eintracht Frankfurt, die sich bereitwillig auf der Tribüne zeigten. Inzwischen glaubt Ströhmann, die Heimspiele seines Klubs sogar komplett verkaufen zu können. Im November sollen, so wünscht er es sich, die Opel-Werke die Partie gegen den Daimler-Benz-Klub Stuttgart-Scharnhausen zu einer Werbeveranstaltung umfunktionieren.

Auch für den Titelgewinn hat der Manager bereits geplant. Dann sollen im Dorf "die Glocken läuten und Straßensperren errichtet" werden. So soll kundgetan werden, was für Ströhmann das Wichtigste ist: "Wir Wallauer können erhobenen Hauptes durch Deutschland gehen."

 

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